Samstag, 28. Juli 2012
Shanghai zum zweiten... (und anderes)
Hallihallo zusammen,

wie schon berichtet, war ich ja letzte Woche nochmal in Shanghai.
Letzte Woche Donnerstag war ein Workshop im Bosch China Headquarter. Schon recht schick und dadurch dass in Shanghai sehr viele Expats sind, gibts da auch ne Kantine mit westlichem Essen (Entenbrust mit Rotweinsauce!) und ne schicke Cafeteria. Freitag fand die ProPak in Shanghai statt, eine Fachmesse über Verpackungsmaschinen für feste und flüssige Nahrungsmittel. Und dann hab ich den Samstag noch zum Shoppen drangehängt. Geshoppt habe ich am Ende gar nichts, aber gelohnt hat es sich trotzdem nochmal.

Donnerstag abend war ich z.B. nochmal in diesem Altstadtgebiet, das schön beleuchtet war.



Krass war der Smog am Donnerstag abend in Shanghai. Achtet mal auf dem zweiten Bild von der Altstadt auf die Lichter links und rechts neben dem Gebäude. Das ist die Skyline von Pudong.
Zum Vergleich nochmal ein Bild aus ähnlichem Blickwinkel vom letzten Mal:


Wurde aber Freitag und Samstag weeesentlich besser mit der Sicht!
Freitag habe ich dann nicht viel gemacht. Bin nur vom Boschhotel in mein Hostel umgezogen.
Wollte mal noch ein Hostel testen, dass näher am Stadtzentrum ist, da ich auch im August nochmal für eine Nacht ein Hostel brauchen werde.
Habe leider in der Nacht zu Samstag aber feststellen müssen, dass ich mein Einzelzimmer doch nicht für mich habe. Habe nämlich merken müssen, dass ich mein Bett mit ner hübschen Kakerlake teile... ;-)
Sehr enttäuschend natürlich, mit sowas hatte ich bisher in China noch gar keine Probleme. Kakerlake ist natürlich tot und das Hostel hat ne fette negative Bewertung bekommen, da sie mir auch kein Geld zurückgeben wollten (und das Zimmer war nicht so günstig). Blöd gelaufen...

Samstag war dann grandioses Wetter! Strahlend blauer Himmel, tolle Sicht. Eigentlich blöd, weil damit automatisch auch einher geht, dass es brutaaaal heiß war. Aber gut, da kann man nix machen. Bin dann zunächst nochmal ins Stadtzentrum gefahren und zum Bund gelaufen, um nochmal die Skyline bei dem tollen Wetter zu sehen. Allein von den 10 Minuten Fußweg bin ich schon mächtig ins Schwitzen gekommen, aber hat sich gelohnt:





Habe mich übrigens auch mal noch ein bisschen zu dem Wolkenkratzer informiert, der grad neu gebaut wird (der Shanghai Tower).
Hier: http://forum.skyscraperpage.com/showthread.php?t=116595 gibt es einige Informationen dazu und Bilder, wie der Turm am Ende aussehen soll. Erinnert ein bisschen an eine zusammengerollte Zeitung. Finde wirklich, dass die Chinesen bei der Designentscheidung für ihre Wolkenkratzer einigermaßen kreativ sind. Haben nicht nur die standardmäßigen, viereckigen Glastürme, sondern auch mal ganz andere Formen. Gefällt vielleicht nicht jedem, aber ich find's gut.
Mit am Ende 632m wird der Turm nochmal deutlich höher sein als der Jin Mao Tower und das World Financial Center (der Flaschenöffner mit seinen schlappen 492m). Er wird dann vorerst wohl auch das zweithöchste Gebäude der Welt sein, nach dem Burj Khalifa in Dubai (828m) und vor dem Taipeh 101 (508m).

Bei dem tollen Wetter bin ich dann auch spontan einfach nochmal in die Cloud 9 Bar gegangen, diesmal um Shanghai bei tollem Tageslicht zu sehen. Habe noch überlegt, diesmal vielleicht doch auf die Aussichtsplattform im Flaschenöffner zu gehen. Aber für den 94. Stock zahlt man 120 RMB (ca. 15€), für 94., 97. und 100. Stock 150RMB. In der Cloud 9 Bar zahlt man halt gar keinen Eintritt und ich hab mir stattdessen für 125RMB nen Kaffee und nen Eisbecher bestellt. Find ich viel sinnvoller... :)

Auf dem Weg dahin... Fand es sehr cool, wie sich die Wolken im Glas gespiegelt haben.


Die Aussicht von oben haut einen auch beim 2. Mal noch vom Hocker:








Wirklich brilliant war die Sicht durch den Smog, der natürlich immer noch da ist, nicht. Aber trotzdem klasse insgesamt.


3 leckere Kugeln Eis und im Hintergrund noch ne dicke Kugel.


Und wieder mit festem Boden unter den Füßen:


Habe mir dann außerdem im Paulaner am Fluss nochmal n Radler gegönnt... :-)




Schon lustig, wie sich die Chinesen vor jeglicher Sonneneinstrahlung zu schützen versuchen:


Hier übrigens mal ein Bild aus dem Zug, der zwischen Hangzhou und Shanghai fährt. Auf der Rückfahrt lag die Spitzengeschwindigkeit sogar bei 305km/h.

(So richtig gut sieht man gar nicht, dass auf der Anzeige 298km/h angezeigt werden, oder?)

Joa, das wäre es dann eigentlich schon zu Shanghai.
Ansonsten habe ich, glaube ich, nie Bilder von Wuzhen hochgeladen. Das ist ein kleines Dorf zwischen Hangzhou und Shanghai, wo das Management Team von meinem Bosch-Standort einen Workshop hatte. Ist echt eine schöne Kanalstadt. Aber natürlich auch von Mücken geplagt... Und die sind in China irgendwie kleiner, man merkt einfach nicht, wenn sie sich auf die Haut setzen.




Und das war noch von der Rückfahrt abends aus Wuzhen:



Am Dienstag hat Christina, eine Kollegin aus der Personalabteilung einige Kollegen zum Dinner eingeladen, quasi um ihre Wohnung einzuweihen. Christina wohnt ganz in der Nähe vom Bosch (15min Fußweg vielleicht). Man sieht das Werk sogar von der Küche aus. Ich weiß ja nicht, ob ich das wollen würde... ;-)
Auf jeden Fall hatte man da auch ne fantastische Sicht gen Westen und Sonnenuntergang:



Das gleiche Bild mal noch mit dem markierten Bosch-Werk (roter Kreis links im Bild):





Ansonsten wars wieder mal ein brutal witziger Abend. Wenn man mal die Gelegenheit hat, mit Chinesen zu feiern, ist es echt der Hammer. Sehr flüssig natürlich (es waren halt wieder Einkäufer dabei...), aber auch superwitzig.

Joa, mehr gibt es gar nicht zu berichten. Das restliche Wochenende werde ich wohl eher gammeln. Ist auch schon das vorletzte Wochenende in Hangzhou!
Wünsche euch ein schönes Wochenende und den Olympia-Interessierten viel Spaß beim Gucken!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 22. Juli 2012
Beijing + Panoramabilder
Sooo, nun also endlich der abschließende Bericht über meinen Urlaub im Juni. Dürfte nochmal recht lang werden, immerhin waren wir ca. 3,5 Tage in Beijing, haben uns die Stadt, die Verbotene Stadt und die chinesische Mauer angesehen!

Los ging es Montag ziiiemlich früh, da unser Flieger schon um 8 Uhr abflog. War wieder eine der längeren Reisen, denn allein der Flug dauerte ca. 2h 40min und vom Flughafen mussten wir dann einen Shuttle Bus ins Stadtzentrum nehmen (auch über eine Stunde) und dann noch mit der U-Bahn fahren und laufen.
Was schon bei der Fahrt mit dem Shuttle Bus deutlich wird, ist die Dimension der Stadt und die Verkehrsprobleme. Wir sind ja dann Montags mittags durch die Stadt gefahren. Und viele große Straßen hatten wieder in jede Richtung 5 Spuren. Und selbst um die Zeit waren die rappelvoll...

Anbei mal eine Karte von Beijing mit einer Übersicht, was wir gesehen haben:

In der Mitte sieht man 4 Kreise. Der oberste Kreis ist ein Hutong-Viertel (klassischer Baustil der alten chinesischen Wohnhäuser), darunter kommt die Verbotene Stadt, direkt darunter der Tian'anmen-Platz und darunter noch eine schicke Altstadt-Zone, die heute Touri-Shoppingmeile ist.
Ganz oben links ist außerdem noch der Sommerpalast eingekreist.

Unser Hostel hatte eine großartige Lage, ca. 10 Minuten Fußweg zur Verbotenen Stadt und dem Tian'anmen Platz (Platz des himmlischen Friedens).
Da wir Montag "nur noch" den halben Tag hatten und eh schon in der Nähe wohnen, sind wir direkt als erstes zur Verbotenen Stadt gegangen.
Wie man auf der Karte sieht, ist die Verbotene Stadt wirklich sehr zentral in Beijing gelegen. Um die Verbotene Stadt herum hatte sich eben die ganze Stadt entwickelt. Die Verbotene Stadt wurde wohl ab 1406 gebaut und 1420 fertiggestellt.
Seitdem war die Stadt fast permanent ununterbrochener Sitz der verschiedenen Kaiser-Dynastien (unterbrochen nur von kurzen Besetzungen, z.B. während der Opiumkriege). Die Kaiser haben sich hier hermetisch abgeriegelt, das Betreten der Stadt war für das einfache Volk absolut verboten. Und ein Verlassen war eigentlich nicht notwendig. Die Verbotene Stadt umfasst ca. 720.000m² und fast 900 Paläste mit verschiedenen Räumen für die Kaiserfamilie, Soldaten und Mitarbeiter.
In Summe kam die Verbotene Stadt somit auf 9999 Räume (nur der Palast im Himmel durfte 10000 haben).
1912 musste der letzte Kaiser abdanken. Nachdem dieser die Verbotene Stadt verlassen musste, wurde sie für die Bevölkerung zugängig gemacht und blieb von der Kulturrevolution offenbar relativ verschont.

Der Eingangsbereich mit dem bekannten Mao-Porträt:



Direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Tian'anmen-Platz. Hier befinden sich u.a. die Halle des Volkes (Tagungsort des Kongresses) und das Mao-Mausoleum. Und hier wurden 1989 die Studenten niedergeschossen (woran selbstverständlich nichts erinnert).



Beeindruckend ist die Stadt alleine schon durch die hohen Mauern, finde ich. Außerdem sind die einzelnen Palastgebäude schön verziert und bemalt.




Hier hat man einen künstlichen Kanal angelegt und Brücken drüber gespannt:


Irgendwie hatten wir die Tage in Peking auch eher komisches Wetter. Morgens hats teilweise geschüttet und nachmittags die Sonne geknallt. Am seltsamsten war aber direkt der Montag, gleichzeitig aber wohl beispielhaft für Peking. Auf den ganzen Bildern ist der Himmel ja richtig schön grau. In der Verbotenen Stadt haben wir dann aber mal festgestellt, dass tatsächlich die Sonne scheint... War also reiner Smog offenbar. Da versteht man, warum selbst die Chinesen sagen, dass Peking wetter-/smogtechnisch am Schlimmsten sein soll.





Selbst die Balken zum Abstützen der Dächer sahen schick aus:




Das ist, glaube ich, der größte und bekannteste Platz der Verbotenen Stadt, der auch oft in Filmen zu sehen ist. Offenbar konnten hier bis zu 100.000 Menschen Platz finden.


Mal als Beweis, dass auch wirklich WIR da waren:






Die Hallen selbst waren leider immer recht spärlich eingerichtet: Meist war ein Thron installiert und mehr nicht. Das hatte ich mir irgendwie pompöser vorgestellt.


Und weiter geht die Aneinanderreihung von Palästen...
An dem kleinen Tempel auf dem Hügel im Hintergrund sind wir am Donnerstag übrigens auch noch hin. Der gehörte wohl früher ebenfalls zur Verbotenen Stadt. Inzwischen wirds aber getrennt behandelt. Allein schon notwendig, weil dazwischen ne fette Straße durchläuft.


An den Seitengängen sind dann verschiedenste kleinere Räume untergebracht.




Selbstverständlich hatte der Kaiser auch seinen eigenen "kleinen" Garten:



Außen ist die Verbotene Stadt teilweise noch von einem Wassergraben umgeben:


Am Anfang waren wir etwas enttäuscht von der Verbotenen Stadt. Die Paläste sehen alle irgendwie gleich aus und außer Palästen und hohen Mauern gabs eigentlich nicht viel zu sehen. Wurde dann aber echt besser und alles in allem lohnt es sich schon, zumal der Eintritt okay ist (ca. 7,50€ pro Person).

Am Abend sind wir dann noch ein bisschen rumgelaufen, z.B. über den Tian'anmen-Platz.
Hinter der gigantischen Werbetafel ist das Mausoleum von Mao. Auch ne schöne Symbolik für das moderne China...


Der Palast des Volkes (auch auf dem 100-Yuan-Schein abgebildet):


Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der innere Bereich von Peking von einer dicken Stadtmauer umgeben, die wurde dann aber abgerissen.
Am südlichen Ende des Tian'anmen befinden sich noch zwei alte Stadttore:


Eigentlich ist es echt schade, dass die Stadtmauer nicht mehr zu sehen ist. Wir haben später ein Bild gesehen, wie Peking am Anfang des 20. Jahrhunderts aussah... Das war schon beeindruckend... (hier sieht man auch, wie die Hutong-Viertel aussahen)


Das Mausoleum und eines der Stadttore am Abend:


Der Eingang zur Verbotenen Stadt:


Am nächsten Tag (Dienstag) stand dann die chinesische Mauer auf dem Programm. Rund um Peking gibt es im Umkreis von 70-120km verschiedenste Mauerabschnitte. Manche sind komplett restauriert, andere sind so belassen, wie sie nach jahrhundertelangem Ausgesetztsein der Witterung eben aussehen. Sehenswert sind sicher alle, wir mussten uns für einen Abschnitt entscheiden. Leider sind fast alle Abschnitte nur durch eine organisierte Tour erreichbar, die kosten dann gut 30-40€ pro Person (kommt auch darauf an, ob man dafür bezahlen möchte, dass man Shopping Stops an Jade-Fabriken o.ä. mitmachen muss oder nicht). Da wir möglichst günstig zur Mauer kommen wollten, haben wir uns am Ende für Badaling entschieden, da kommt man nämlich für ca. 75 Cent (!) in 75 Minuten mit dem Zug hin.
Badaling ist so ziemlich der berühmteste Abschnitt, weil sich die Mauer hier sehr schön die Berge entlangschlängeln soll und die Mauer schön restauriert ist. Daher empfiehlt einem eigentlich jeder, NICHT nach Badaling zu gehen. Hier gibts wohl Tage, wo man vor lauter Menschen nichts mehr von der Mauer sieht, aber das Risiko sind wir dann mal eingegangen in der Hoffnung, dass es an einem Werktag erträglich sein wird. Zweites Risiko war das Wetter, denn zumindest in Beijing hat es ordentlich geschüttet.

Allein die Zugfahrt war aber schon toll, weil man an Mauerabschnitten vorbeifährt:





Tjoa... Als wir dann ankamen, sah das Ganze SO aus:

Man konnte echt grad mal von einem Turm zum nächsten gucken, vielleicht 100-150m weit und das war's... Haben echt überlegt, ob wir zurückfahren und es am nächsten Tag nochmal probieren. Haben dann aber gesagt, dass wir bleiben und wenn es eben nicht besser wird, es trotzdem am nächsten Tag nochmal probieren (die Ehre hierfür gebührt aber eher Lisa, die gesagt hat, wir beißen uns da jetzt durch ;-) ).
Um es gleich vorwegzunehmen: Innerhalb von zwei Stunden hat das Wetter KOMPLETT umgeschlagen. Man konnte richtig dabei zugucken, wie die Sicht besser wurde und die Sonne rauskam. Letzten Endes war es der absolute Hammer und so hatten wir dann sogar den Luxus, die Mauer bei Sonnenschein und guter Sicht UND wolkenverhangen zu sehen.
Anfangs waren trotz miesen Wetters noch einige Leute auf der Mauer unterwegs, aber nach 2 Stunden, waren wir an manchen Stellen echt alleine dank des miesen Wetters vom Vormittag. Insofern haben wir wirklich riesiges Glück gehabt. Denn alleine auf der Mauer von Badaling gewesen zu sein, können wohl nicht viele Menschen behaupten. ;-)











Tjaja, Ruhm ist eben harte Arbeit!!!



Man merkt aber schon deutlich, wie die Sicht besser wird:










Und wieder der Beweis, dass wir wirklich da waren... :)







Teilweise muss man hier übrigens richtig steile Treppen auf- und absteigen...







Rückfahrt mit dem Zug:






Also, die Mauer ist wirklich der Hammer! Unheimlich beeindruckend! Würde aber, glaube ich, anderen doch eher empfehlen einen anderen Abschnitt anzusehen. Bilder, die ich z.B. von Mutianyu gesehen habe, sehen sehr ähnlich zu Badaling aus und dort ist es offenbar deutlich leerer als üblicherweise in Badaling, da haben wir ja wirklich unheimliches Glück gehabt.
Wenn es blöd läuft, sieht es in Badaling nämlich so aus:


Herbert Grönemeyer sang mal "Kinder an die Macht". Der neueste Trend in Beijing sieht das offenbar anders. Motto hier: Kinder an die Leine!


Das war es dann auch für den Dienstag.
Mittwoch sind wir zum Sommerpalast gefahren. Wenn es den Kaisern im Sommer in der Verbotenen Stadt zu heiß wurde, sind sie z.B. zum Sommerpalast gefahren, der einige Kilometer westlich der Verbotenen Stadt gelegen ist. Hier hat man einen großen Park inkl. Seenlandschaft angelegt.
An sich ein sehr hübsches Plätzchen und gut zum Spazieren gehen geeignet. Aber irgendwie teilweise auch sehr ähnlich zum Westsee, weswegen es uns nicht mehr so sehr vom Hocker gerissen hat. Und zum Spazieren gehen war es eigentlich zu heiß.











Krass war, wie sich auch hier der Smog gezeigt hat. Am anderen Flussende war die Pagode schon ein bisschen im Dunst und gar nicht mehr so richtig klar zu sehen.










Heimlicher Blick durch den Türspalt:


Am Abend sind wir dann mal südlich vom Tian'anmen durch die Touri-Shoppingstraße gelaufen. Die ist wirklich hübsch gemacht und abends beleuchtet und da kann man halt relativ viele Souvenirs kaufen.





Am Donnerstag ging es abends zurück mit dem Flieger nach Hangzhou. Daher haben wir hier keine "großen" Ausflüge mehr gemacht. Wir sind auf den Hügel nördlich der Verbotenen Stadt gelaufen (der mit dem Tempel) und von dort weiter nach Norden, um ein klassisches Hutong-Viertel anzusehen.
Aussicht vom Hügel auf die Verbotene Stadt (so richtig tolle Sicht war mal wieder nicht):



Die Hutongs sind im Grunde einfache Hofhäuser mit maximal 2 Etagen. Um einen kleinen Innenhof herum wurden Räume gebäut. Aus Platzmangel wurden dann teilweise auch die Höfe zugebaut. Wirklich viel hat man nicht gesehen, da in den Häusern eben nach wie vor Menschen (in eher armen bis einfachen Verhältnissen) leben. Daher gibts da auch gar nicht viele Bilder.



In Hangzhou hatten wir dann nochmal das schöne Wetter genossen (Bilder sind ja bereits im Hangzhou-Beitrag), aber auch etwas entspannt. Der Urlaub war wirklich superklasse, aber auch sehr sehr anstrengend, da wir extrem viel gelaufen sind.

Im Urlaub musste ich leider auch feststellen, dass ich echt eine neue Kamera brauche. Dass meine 6 Jahre alte Kompaktkamera (die an sich sehr schöne Bilder macht, wie ich finde) nicht gegen Lisas Spiegelreflex anstinken kann, war ja abzusehen. Aber Lisa hatte auch noch ne Kompaktkamera dabei, die 10x optischen Zoom hat (meine hat 3x) und vor allem eine total coole Panoramabild-Funktion. Dabei kann man mit der Kamera einen Schwenk von links nach rechts oder umgekehrt machen und die Kamera rechnet daraus ein einzelnes Panoramabild zusammen. In Shanghai haben wir damit sogar ein Bild >360° gemacht (der Pearl Tower ist 2x drauf).
Da dieser Blog die Bilder ja leider sehr komprimiert, macht ein Hochladen der Panoramabilder hier leider gar keinen Sinn aufgrund der sehr beschränkten Bildbreite. Daher habe ich die Bilder gesondert hochgeladen. Viel Spaß beim Angucken:
http://www.album.de/album_premium.cfm?albumID=66975

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Letzte Woche war ich krank, da hat sich der permanente Wechsel zwischen schwülheißem Klima draußen und klimaanlagengekühlten Innenräume doch mal bemerkbar gemacht. Und Donnerstag und Freitag war ich beruflich in Shanghai und habe den Samstag noch drangehängt. Jetzt bin ich wieder in Hangzhou und entspanne noch ein bisschen. Heute hats eigentlich wieder Traumwetter mit blauem Himmel und toller Sicht. Aber das heißt hier eben auch, dass man es draußen eigentlich kaum aushält. ;-) Zumindest einkaufen muss ich mal, vielleicht fahre ich aber auch mal ein bisschen mit dem Fahrrad durch die Stadt. Für die nächsten Wochen ist eher nichts geplant. Soviel Zeit ist in Hangzhou auch schon gar nicht mehr. Noch 4 Wochen Arbeiten, dann habe ich nochmal knapp 2 Wochen Urlaub. Bin auch grad dabei, das ein bisschen zu organisieren.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 15. Juli 2012
Guilin
Um es gleich vorwegzunehmen: Heute berichte ich über eine Region, die ich JEDEM absolut empfehlen kann!

Anbei mal eine Karte mit der Reiseroute der 2. Woche.
Freitag abend ging es mit dem Flieger von Hangzhou nach Guilin (ca. 2h Flug). Dort waren wir volle zwei Tage. Montag morgen ging es dann mit dem Flieger von Guilin nach Beijing.


Guilin ist eine einigermaßen große Stadt (knappe 5 Mio. Einwohner laut Wikipedia) in Südchina in der autonomen Provinz Guangxi (einige Provinzen in China, darunter auch Tibet, sind autonom, weil hier besonders viele ethnische Minderheiten leben, die einige besondere Rechte haben).
Meistens reden die Leute/Touristen aber gar nicht unbedingt von der Stadt Guilin, sondern eher von der Region drumherum. Das schließt nördliche Teile mit ein bis zu den 120km entfernten Longsheng-Reisterrassen, aber auch südliche Teile bis hin zum 70km entfernten Yangshuo. Die Stadt Guilin selbst haut nämlich (mal wieder) niemanden so wirklich vom Hocker.
Das besondere an der Region sind die Karstberge. Diese gibt es mitten in der Stadt Guilin und ziehen sich dann kilometerweit nach Süden (zur Entstehung später ein bisschen mehr).

Am Samstag ging es zunächt mit einer organisierten Tour zu den Longsheng-Reisterrassen, auf deutsch die Drachenknochen-Reisterrassen. Long heißt Drache und der Drache ist in China ja ein überaus wichtiges mythisches Wesen, das Stärke verkörpert. Der Kaiser saß z.B. auch auf dem Drachenthron und gemäß chinesischem Tierkreiszeichen befinden wir uns grad im Jahr des Drachen (alle 12 Jahre).
Menschen, die im Jahr des Drachen geboren werden, gelten als besonders gesund, energiegeladen, langlebig, leicht erregbar, ungeduldig und hartnäckig. Auf der anderen Seite sind sie zuverlässig, ehrlich, mutig und strahlen Selbstvertrauen aus.

Die Tour umfasste auch einen Besuch einer Longhair-Show im Longjing-Village. Aber wenn man eine organisierte Tour machen will, kommt man da fast nicht drum herum und ohne organisierte Tour ist es etwas schwierig, zu den Reisterrassen zu kommen. Wir wussten vorher nicht recht, was da gezeigt wird, waren aber allein angesichts des Titels eher skeptisch...

Jedenfalls ging es Samstag morgen erstmal mit nem Kleinbus ab in die Berge (die Reisterrassen befanden sich auf ca. 1800m Höhe).
Auf dem Weg dorthin:



Erster richtiger Stop war dann auch das Longjing-Dorf mit der Longhair-Show. Die Menschen sind halt bekannt dafür, dass die Frauen ewig lange Haare haben (die waren echt lang, ca. bis 1,50m). Und irgendwie haben die dann immer so ne Frisur, dass Männer genau wissen, ob sich das Flirten lohnt. ;-) Je nach Frisur weiß man, ob die Frau a) Single ist b) verheiratet ist und c) verheiratet und Mutter ist.
Der MBA (married but available) lässt sich an der Frisur dagegen nicht ablesen... ;-)

Der Besuch des Dorfes war ganz interessant.


Man beachte bitte die fetten Ohrringe und was die für Riesenlöcher verursachen... Auf dem dritten Bild sieht man sogar, wie die Ringe noch zusätzlich von nem dünnen Faden gehalten werden.






Dann fing die Longhair-Show an.
Es gibt Dinge, die sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind irgendwie. Die Longhair-Show war einfach NUR schlecht!
Ging ca. eine Stunde. Davon 50 Minuten so ne Möchtegern-Kuppelshow mit Männern ausm Publikum und dann haben sie noch 10 Minuten ihre Haare geöffnet, fallen gelassen und gekämmt. Waaahnsinn... Aber wie gesagt: Man kommt fast nicht drumherum. Ich bin zwischendurch echt raus und durchs Dorf gelaufen, das war mir echt zu blöd. Aber die Chinesen fahren voll drauf ab.
Rapunzel, Rapunzel...


Das kleine Mädchen (auch in dem Longhair-Dorf) weiß aber offenbar schon recht genau, was ihm gefällt... ;-)


Von dort ging es dann weiter zum Parkplatz des Reisterrassen. Als unser Reiseführer am Morgen noch davon sprach, dass wir bei den Reisterrassen "hiken" gehen (= anspruchsvolles wandern), hab ich ja noch gedacht, er übertreibt. Aber vom Parkplatz aus musste man noch locker 200 Höhenmeter überwinden, war ganz schön schweißtreibend...
Wie schon in Yuanyang waren die Reisterrassen noch geflutet. Allerdings konnte man hier schon viele Reistriebe sehen.
Der Unterschied zu den Reisterrassen von Yuanyang liegt für mich vor allem darin, dass die Terrassen bei Guilin an wesentlich steileren Berghängen gebaut sind. Das verleiht dem ganzen eine höhere Dramatik. Dafür sieht man aber auch weniger Terrassen auf einmal. Aber trotzdem natürlich wieder sehr beeindruckend!




Zwischendurch an einem kleinen Stand ein paar "Leckereien":


So sieht es dann aus, wenn allmählich der Reis sprießt. Irgendwann ist dann die ganze Terrasse sattgrün (und im Herbst sogar richtig schön knallig gelb, wie wir auf Bildern gesehen haben).


Wir sind bis gaaaanz nach oben auf den Hügel mittig links zwischen den Häusern. Waren dann wohl sogar eher mehr als 200 Höhenmeter...


Und weiter gehts nach oben...









Endlich oben angekommen!



Danach ging es noch zu so ner Teeshow, wo man uns das Teezeremoniell in China zeigen wollte. Das war sogar auch nochmal ganz interessant, auch wenn die uns natürlich nebenan gleich Tee verkaufen wollten.

Alles in allem sind die Reisterrassen echt sehenswert. Wer kann, sollte aber eher direkt dort 1-2 Nächte verbringen. Dann hat man etwas mehr Zeit, kann auch noch andere Terrassensysteme anschauen (wir waren ja nur an einem Berghang, es gibt noch weitere dort) und hat vielleicht die Chance Sonnenaufgänge und -untergänge zu sehen.

Am Sonntag sind Lisa und ich dann mit dem Bus nach Yangshuo gefahren.
Je nach Wetterlage wollten wir dort mit nem Boot auf dem Fluss Li entlang fahren oder uns ein Fahrrad mieten. Wetter war leider relativ mies. Für Guilin waren richtige Gewitterstürme angesagt. Es hat sowohl Samstag als auch Sonntag morgen in Guilin echt geschüttet. Aber wie hatten riesiges Glück. Bei den Reisterrassen war nichts. Und als wir in Yangshuo ankamen, hat es ganz pünktlich aufgehört zu regnen und am Nachmittag kam dann auch die Sonne raus.

Yangshuo liegt am Fluss Li und inmitten von Karstbergen. Von dort aus kann man viele Ausflüge in die Umgebung machen, sei es mit dem Boot oder mit dem Fahrrad.

In dieser Region hat sich aus Sedimenten am Meeresboden Kalk entwickelt. In Südchina ist diese Kalkschicht besonders dick und gleichzeitig sehr porös. Durch das feuchtwarme Klima, insbes. durch reichliche Niederschläge und die Erosion durch Flüsse, erodiert die Kalksteinschicht und das Wasser gräbt sich immer tiefer. Teilweise entstehen dann auch unterirdische Höhlen und irgendwann brechen dann ganze Bergflanken ab. Dadurch gibt es in Guilin richtige Karsttürme.

Da das Wetter also wieder gut war, haben wir uns ein Fahrrad gemietet. Ursprünglich wollten wir möglichst einige Kilometer am Fluss entlang fahren und dann durch das Landesinnere zurück. Wir haben aber schlicht keinen Weg gefunden, der längere Zeit am Fluss entlangführt. Nach einer kleinen Irrfahrt sind wir dann daher einfach einer asphaltierten Straße gefolgt, die nach kurzer Zeit entlang am Fluss ins Landesinnere abbog, wo dann massenhaft Reisfelder zu sehen waren inklusive Bauern und Reisbüffeln. Wirklich klasse! Die Fahrradtour war für mich bisher eines der absoluten Highlights in China.
Man sieht sich irgendwann zwar ein bisschen satt an den Bergen. Aber dann braucht man nur mal 5 Minuten weiter fahren und dann sieht alles wieder ein bisschen anders und aufs Neue unheimlich beeindruckend aus.

Direkt nach der Ankunft in Yangshuo das erste Bild. Man beachte vor allem den Kegel, von dem nur die Spitze aus den Regenwolken herausragt. Und die ganze Stadt ist wirklich durchzogen von all diesen Karstgipfeln (bzw. sie hat sich um die Gipfel herum entwickelt).



Am Fluss Li (der Fluss Li mit den Karstbergen ist übrigens auf dem 20-Yuan-Schein abgebildet, die Stelle kann man allerdings nur per Boot besuchen).



Im Nachhinein fanden wir es auch gut, dass wir keine Bootstour auf dem Fluss gemacht haben (auch wenn diese sehr schön sein soll). Wesentlich teurer (wir haben weniger als 4€ für den ganzen Tag für je ein wirklich gutes Fahrrad bezahlt) und auf dem Fluss waren so unfassbar viele Schiffe unterwegs...







Den Baum fanden wir irgendwie total irre...


Abkühlung an einem kleinen Wasserfall am Straßenrand...


Danach hat die Straße einen Knick gemacht und ist weg vom Fluss richtig Landesinnere.












Tja, was der da versprüht hat, wissen wir leider nicht. Vermutlich irgendwas zur Schädlingsbekämpfung?


Das erste Mal, dass ich in China sehe, dass ein Bauer auch eine Art Pflug verwendet... In der Landwirtschaft wird echt noch seeehr viel Handarbeit betrieben. Aber grad bei den Reisfeldern ist auch die Frage, ob man da große Maschinen wirklich einsetzen kann, da die ja meistens geflutet sind.


Von hier ging es dann mit dem Fahrrad wieder zurück nach Yangshuo und mit dem Bus nach Guilin.
Hier übrigens mal was zu den hervorragenden Englischkünsten der Chinesen (und sowas kommt leider oft vor, auch auf wirklich offiziellen Dokumenten, Schildern, etc.).
Hier müsste eigentlich "Exit" stehen...


Also, insgesamt kann man in und um Guilin sicherlich locker 4-5 Tage und mehr verbringen. Allein 2 Tage für die Reisterrassen und in Yangshuo sind auch problemlos 2-3 Tage schnell verbracht... Die 2 Tage, die wir hatten, waren also eher zu kurz. Dafür aber auch superschön, intensiv und sehr beeindruckend!

Nächstes Wochenende dann der Beitrag zu Beijing.

Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Werde Donnerstag bis Samstag nochmal nach Shanghai fahren. Donnerstag ist ein Workshop im China-Headquarter von Bosch, Freitag ist die ProPak (eine Fachmesse für Verpackungsmaschinen im Nahrungsmittelbereich) und dann hänge ich Samstag noch zum Shoppen dran.

Viele Grüße!

... link (0 Kommentare)   ... comment